Schichtschnitte – Ein Medium zwischen Malerei und Relief

Es reizte mich, neben allem anderen, Materialexperimente durchzuführen. Viele davon endeten zeitnah an einem Punkt, der mich dann nicht mehr anspornte. Andere waren fremdbestimmt und brachten daher einen Beigeschmack mit, der so nachhaltig war, dass ich mich entschied, beim Holz als Material zu bleiben. Aber zunehmend fehlte mir etwas beim Schaffen von Holzskulpturen. Ich fing also an zu experimentieren. Da ich, sehr grob gesagt, vom vollen Stamm zunehmend auf den Balken gekommen war, besorgte ich mir ein paar Platten und versuchte das Eine oder Andere. Etwas Zeit verging, meine Materialien wurden knapper und die Zeit, die ich mir nehmen konnte um meine Experimente zu machen, auch. In Ermangelung an geeigneten Materialien suchte ich auf dem Sperrmüll. Dort bediente ich mich sämtlicher Rückwände und anderer Platten aus alten Möbeln. Genug um weiter zu machen.

Bildhauerei – Skulptur und Farbe

Über das Kalken und das partielle Verbrennen meiner Skulpturen entstanden die ersten Kontraste – über die Farbigkeit des Holzes hinaus. Des Weiteren begann ich mich einfacher Mittel wie Erde oder Sand zu bedienen, um zusätzliche Töne zu erzeugen. Das war alles ganz nett und notwendig, jedoch war es einfach Mittel zur Entwicklung der Schichtschnitte. Einige dieser Platten waren lackiert, werksmäßig oder eben später vom jeweiligen Besitzer. So eine Platten hatte einen fürchterlichen urin-gelben Ton als Oberfläche, dass ich diese übermalte – in strahlendem weiß. Ich schnitt also, damals noch mit der Kettensäge, eine Art Relief in diese Platte. Der Urin Ton hätte sich jedoch zu wenig von der dahinterliegenden Holzfarbe abgehoben, so dass ich mich fürs Übermalen entschied. Beim Hineinschneiden in die Platte setzte die unterschiedliche Beschaffenheit des Materials ein Ergebnis frei, welches sicherlich als die allerersten Schichtschnitte in der bildenden Kunst bezeichnet werden kann.

Inhalte der Schichtschnitte

Schichtschnitte und deren Inhalte. Anfänglich verarbeitete ich inhaltlich Studien und ähnliche „Platzhalter“. Über den Prozess des Farbauftrags für die erste Ausstellung der Schichtschnitte wurde mir dann klar, wie sich diese inhaltlich gestalten sollten. Über mehrere Monate Farben auf Platten aufzutragen, hinterlässt eben diese klaren Spuren der Umwelt und meiner selbst. Dieses Thema griff ich auf und bediente mich an meinen Skizzen aus einer schlaflosen Periode. Nach einigen Tagen Schlaflosigkeit zwang mich mein Körper zu sehr kurzem Schlaf und intensivem Traum. Die Vehemenz mit der ich träumte war so durchdringend, dass ich direkt nach dem Hochschrecken skizzierte, was ich im Traum sah. So entstanden einige Skizzen, die ich aufgriff, vergrößerte und in die traumgleichen, vielschichtigen Ebenen schnitt. Schichtschnitte befinden sich im Spannungsfeld zwischen Bildhauerei und Malerei bzw. Graphik und Relief.

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